Anleitung & Hintergrund

Revierinformationen Steinhuder Meer – wie du die App nutzt, was die Rubriken zeigen und wie die Daten entstehen.

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1Warum es diese Seite gibt

Wer dahintersteckt und was der Anlass war – antippen zum Ausklappen.

Mein Name ist Frederik Bindt. Ich segle selbst – einen 20er Jollenkreuzer, GER 1157 – und ich baue gern Technik.

Das Revier kenne ich nicht nur vom Wasser aus: Ich bin zweiter Vorsitzender des Segler-Vereins Großenheidorn und der Eissegelgemeinschaft Steinhude und engagiere mich in der Wasserrettung der Wettfahrt-Vereinigung Steinhuder Meer. Vieles auf dieser Seite ist aus diesen Rollen entstanden – aus Fragen, die sich am Steg, im Startschiff oder im Rettungsboot stellen.

Der 20er Jollenkreuzer GER 1157 unter Segeln auf dem Steinhuder Meer
GER 1157 auf dem Steinhuder Meer. Was diese Seite anzeigt, entscheidet für mich selbst, ob ich rausfahre.

Für das Steinhuder Meer musste ich mir die wichtigen Informationen bisher immer selbst zusammensuchen: Wind auf der einen Seite, Warnungen auf der anderen, Wasserstand woanders, das Radar wieder woanders. Vor dem Ablegen hieß das: vier oder fünf Seiten öffnen.

Diese Seite liefert alles an einem Ort – für unser Revier, nicht für „Region Hannover" oder „Norddeutschland".

Einen Anstoß gab „Steinhuder Meer in Flammen" 2024. Über dem See zog eine Sturmfront auf, während viele Boote draußen waren. Die Sache ging glimpflich aus – aber sie hat gezeigt, wie schwer es ist, eine solche Lage rechtzeitig einzuschätzen, wenn man die Angaben mehrerer Dienste im Kopf zusammensetzen muss, von denen keiner das Revier kennt. Ein örtlicher Informationsdienst, der Wind, Radar und Warnungen an einer Stelle bündelt, wäre an diesem Abend eine Hilfe gewesen.

Seit zwei Jahren bin ich im Wettfahrtteam bei Regatten auf dem Steinhuder Meer aktiv. Diese Erfahrungen sind direkt eingeflossen: Auf sie gehen zwei Bereiche zurück, die es sonst nirgends gibt – die Segelampel und das Protokoll. Alle Rubriken, die besonders für Wettfahrtleiterinnen und Wettfahrtleiter gedacht sind, tragen die Kennzeichnung WL.

2App auf dem Handy installieren

Die Seite lässt sich wie eine App auf dem Startbildschirm ablegen. Dann startet sie im Vollbild, ohne Browser-Leisten – und nur so funktionieren die Warnungen auf dem iPhone.

iPhone und iPad (Safari)

Teilen antippen Zum Home-Bildschirm
iPhone: unten auf „Teilen“ tippen, dann in der Liste „Zum Home-Bildschirm“ wählen.

Android (Chrome)

Gut zu wissen: Die App ist keine echte Programm-Installation. Es wird nichts heruntergeladen und nichts belegt Speicher. Es ist nur eine Verknüpfung, die sich wie eine App verhält.

3Warnungen aufs Handy einschalten

Die App kann dich warnen, wenn Sturm, eine Gewitterzelle oder eine Regenfront auf das Revier zukommt. Das ist freiwillig und kostet nichts.

Revierinformationen Steinhuder Meer 1. Glocke antippen Benachrichtigungen Einschalten 2. „Einschalten“ „Revierinfo“ möchte Mitteilungen senden Warnungen bei Sturm und Gewitter Nicht erlauben Erlauben 3. „Erlauben“ wählen
Drei Schritte: Glocke antippen, „Einschalten“, dann die Abfrage des Handys mit „Erlauben“ bestätigen.

Wieder ausschalten geht an derselben Stelle mit einem Tipp auf „Ausschalten".

Fürs iPhone gilt: Im Safari-Tab gibt es systembedingt keine Mitteilungen – die Box zeigt dort die Installations-Anleitung statt des Schalters. Voraussetzung ist iOS 16.4 oder neuer. Schlägt das Einschalten trotzdem fehl, steht unter der Fehlermeldung eine kleine Diagnosezeile (Stand der Erlaubnis, Zustand im Hintergrund, Schlüssellänge) – ein Foto davon über das Kontaktfeld genügt, um den Fehler einzugrenzen.

Was kommt aufs Handy? Nur wenige, wichtige Meldungen: amtliche Unwetter­warnungen des Deutschen Wetterdienstes, starke Böen an unserer Station, eine erkannte Regenfront und Gewitterzellen mit Ankunftszeit. Nachts sind nur die schweren Lagen zugelassen. Dieselbe Warnung wird nicht mehrfach geschickt.

4So ist die App aufgebaut

Unten findest du sechs Bereiche:

JETZTWARNLAGE RADARWIND WASSERREVIER
Die sechs Bereiche. Der rote Punkt zeigt: In diesem Bereich ist etwas Neues.

Ein roter Punkt zeigt eine gerade aktive Lage an. Eine Zahl am Symbol zählt Einträge, die du noch nicht gesehen hast – wie ungelesene Nachrichten. Sie verschwindet, sobald du den Bereich geöffnet hast.

Über das Zeichen (i) in der Kopfzeile öffnest du jederzeit ein Fenster mit dem Systemstand, einem Kontaktfeld, dem Impressum und dieser Anleitung.

Rubriken teilen

Viele Karten tragen ein Teilen-Zeichen. Ein Tipp darauf erzeugt einen Link samt Vorschaubild, der sich über das gewohnte Teilen-Menü des Handys verschicken lässt – etwa in die Vereinsgruppe. Wer den Link öffnet, sieht eine Momentaufnahme der Rubrik zum Zeitpunkt des Teilens als eigene Seite, ohne die App installieren zu müssen; ein Knopf führt von dort in die App. Teilbar sind elf Rubriken: aktuelle Bedingungen, Warnlage, Gewitterlage, Windverlauf, Böenpotenzial, Wasserstand, Badequalität, Wellengang, Revierhinweise, Regatten & Dienst und das Sturm-Logbuch.

5Die Rubriken im Einzelnen

Einige Bereiche gehen über das hinaus, was übliche Wetterseiten zeigen. Hier steht, was dahintersteckt.

Böenfaktor und Böenpotenzial WL

Der Böenfaktor in der Kachel „Jetzt" ist das Verhältnis von Böe zu Mittelwind: Er beschreibt, wie ruppig es sich gerade anfühlt. Bei sehr wenig Wind wird dieses Verhältnis rechnerisch groß, ohne dass man es merkt – deshalb greift dort eine Untergrenze, und die Kachel meldet schlicht „schwachwindig".

Die Rubrik Böenpotenzial im Bereich Wind blickt nach vorn. Sie vergleicht den Wind am Boden (10 m) mit dem Wind in 80 m Höhe. Je größer der Unterschied, desto mehr Druck kann bei Durchmischung nach unten durchschlagen – das ist die Ursache der Böen, die scheinbar aus dem Nichts kommen. Statt einer Zahlentafel zeigt ein Schichtprofil beide Ebenen als Linien über zwei Tage: Der Abstand zwischen ihnen ist das Potenzial, der größte Sprung des Tages ist eigens beziffert. Ein schmaler Farbstreifen darunter fasst die Böigkeit je Stunde zusammen. Ein eigenes Feld stellt die Messung der Vereinsstation daneben: Weht es am Südufer unruhiger als berechnet, steht das dort ausdrücklich.

Windverlauf und Langzeit

Der Windverlauf ganz oben im Wind-Reiter zeigt zwölf Stunden zurück und zwölf voraus. Drei Zahlen stehen darüber: Wind jetzt, Böen jetzt mit Böenfaktor und Charakter – von „gleichmäßig" bis „ruppig" – und die stärkste Böe, die noch kommt, mit Uhrzeit. In der Kurve ist die Böenlinie kräftig gezeichnet und der Mittelwind zurückgenommen; die Fläche dazwischen zeigt die Böigkeit. Die Vergangenheit ist durchgezogen, die Vorhersage gestrichelt und hell hinterlegt.

Die Rubrik Langzeit reicht zehn Tage voraus, in denselben Zeilen wie die Stundenvorhersage – nur eben tageweise. Hinter der Tagesspitze steht ein kleines ±: die Streuung von 31 parallel gerechneten Läufen. Grün heißt, die Läufe sind sich einig; rot heißt, der Tag ist offen. Die ersten drei Tage sind belastbar, ab Tag fünf zählt nur noch die Tendenz.

Unsicherheit: Was die Modelle noch nicht wissen

Jede Vorhersage ist eine Rechnung mit unvollständigen Startwerten. Deshalb rechnen die Wetterdienste dieselbe Vorhersage mehrfach mit leicht veränderten Anfangsbedingungen – ein sogenanntes Ensemble. Die Spannweite dieser Läufe steht in der Windvorhersage als Spalte ± hinter den Böen: kleine Werte bedeuten eine eingefahrene Lage, große Werte eine offene. Die Segelampel nennt dieselbe Information im Klartext und weist darauf hin, wenn ein Teil der Läufe bereits in der nächsten Warnstufe liegt.

Modellvergleich WL

Für dieselbe Position rechnen mehrere Wetterdienste eigene Modelle – der Deutsche Wetterdienst gleich drei, dazu das europäische ECMWF, das amerikanische GFS, das französische AROME, das britische UKMO und das niederländische KNMI Harmonie mit 2 km Auflösung, das Nordwestdeutschland mit abdeckt. Acht Modelle als Linien nebeneinander; jedes lässt sich einzeln ein- und ausblenden. Liegen die Linien dicht beieinander, ist die Lage berechenbar. Laufen sie auseinander, kann der wahre Wert überall im Fächer liegen.

Die laufende Stunde steht in der Mitte: links der Rückblick, rechts die Vorhersage. Die rote Linie ist die Messung unserer eigenen Station – sie endet bei der laufenden Stunde, denn die Station misst, sie sagt nichts vorher. Im Rückblick lässt sich damit ablesen, welches Modell die vergangenen Stunden richtig getroffen hat; das Modell mit der kleinsten Abweichung wird eigens hervorgehoben.

Neu ist die Trefferbilanz darunter: Jeden Morgen wird die Vorhersage aller acht Modelle festgehalten und am Folgetag gegen die Messung benotet – mittlerer Fehler der Böen-Vorhersage, Stunden 06–22 Uhr. Über Wochen und Monate entsteht so eine Rangliste, welches Modell am Steinhuder Meer wirklich trifft, umschaltbar zwischen 30 Tagen, 90 Tagen und der gesamten Aufzeichnung. Darüber steht die Tagessieger-Serie: welches Modell zuletzt Tagesbester war und wie viele Tage in Folge schon – der Sieger des letzten Spieltags neben dem Tabellenführer. Das ist keine Bauchentscheidung mehr, sondern gezählte Wahrheit: Benotet wird immer die Vorhersage vom Morgen des Tages, nicht das, was das Modell hinterher über den Tag rechnet.

Sturmampel

Die Ampel oben in den aktuellen Bedingungen bewertet die Böen der Vereinsstation – nicht den Mittelwind, denn auf dem flachen Wasser entscheidet die Böe.

StufeSchwellePraxis auf dem flachen See
Starkwindab 25 kn Böendeutliche Gefährdung kleiner Boote
Sturmab 34 kn Böensehr gefährliche Bedingungen
Orkanab 56 kn Böenextreme Gefahr

Unterhalb davon gibt es eine Vorwarnstufe: Sie erscheint, wenn eine amtliche Gewitterwarnung vorliegt oder in den letzten Minuten kräftige Böen gemessen wurden. Der schmale Laufbalken unter den Winddaten färbt sich unabhängig davon ab 22 kn gelb und ab 28 kn rot.

Sturm-Logbuch WL

Erreicht eine Böe an der Vereinsstation 28 Knoten (Bft 7) oder liegt eine amtliche Unwetterwarnung an, legt der Server von selbst eine Sturmakte an: Er protokolliert Spitzenböe samt Richtung und Uhrzeit, Winddrehung, Druckabfall, Blitzaktivität und Pegel – und sichert im Moment der stärksten Böe ein Radarbild. Das Ereignis gilt als beendet, wenn eine Stunde lang keine Böe über 22 Knoten mehr gemessen wurde. Bei laufender Lage (und bis eine Stunde nach deren Ende) erscheint die Karte auf der Startansicht; danach wandert sie zu den Protokollen im Wind-Bereich, mit Kennzahlen, Radarbild und Erklärtext; die Lagen der letzten 90 Tage stehen dort mit Datum und Uhrzeit zur Auswahl; nach dem Ereignis klappt sich die Karte zur Lagenliste zusammen, ein Tipp auf den Kopf oder eine Lage öffnet sie. Auch eine Sturmakte lässt sich teilen.

Referenzstationen

Neben der Vereinsstation zeigt die Seite drei weitere Messpunkte rund um den See. Sie dienen dem Vergleich – wie einheitlich weht es eigentlich? Ein einzelner Messpunkt am Ufer sagt darüber wenig; erst der Blick von mehreren Seiten zeigt, ob der Wind über dem ganzen See gleich steht.

StationLageTaktRichtung
SLSV (Südufer)2,2 km südwestlichminütlichgradgenau
SKM (Nordufer)4,5 km nordnordwestlichalle 10 minnur Sektor
Fliegerhorst Wunstorfsüdöstlich, am Flugplatzalle 30 mingradgenau

Alle drei Quellen sind öffentlich zugänglich. Die Station des Schaumburg-Lippischen Segelvereins am Südufer (SLSV) veröffentlicht ihre Werte über WeatherLink, die Station des Segel-Klubs Minden am Nordufer (SKM) über meteomap.cloud, und der Fliegerhorst Wunstorf meldet als Flugplatz regelmäßig ein amtliches METAR. Diese Seite ruft ausschließlich das ab, was dort ohnehin frei einsehbar ist – sie rechnet es lediglich in Knoten um, stellt es nebeneinander und zieht daraus die Vergleiche weiter unten. Es werden keine geschützten oder privaten Daten verwendet.

Die Genauigkeit ist unterschiedlich, und das steht in der Kachel auch dabei: SLSV und der Fliegerhorst melden die Windrichtung gradgenau, das Nordufer nur in 16 Sektoren zu 22,5 Grad. Deshalb trägt der Pfeil dort einen Zusatz und wird bei Berechnungen entweder gar nicht oder nur mit höheren Schwellen verwendet – eine Genauigkeit vorzutäuschen, die die Quelle nicht hergibt, wäre schlechter als der Verzicht.

Meldet eine Station länger nichts, wird ihre Zeile grau und die Uhrzeit zeigt das Alter – ein zwei Stunden alter Wert soll nicht aussehen wie ein Livewert.

Wo steht der bessere Wind?

Jede Station liegt in bestimmten Windrichtungen im Schatten von Ufer und Bewuchs: die Vereinsstation bei S und SE, SLSV bei S, die Nordufer-Station bei N, NE und NW. Daraus schließt die Seite, welches Ufer gerade den freien Anlauf über das Wasser hat – bei Nordwind das Südufer, bei Südwind das Nordufer, bei West- und Ostwind ist es überall ähnlich. Diese Sektoren stammen aus der Ortskenntnis, nicht aus einer Messreihe. Deshalb wird das Urteil mit den tatsächlich gemessenen Stärken abgeglichen; widerspricht die Messung, steht das ausdrücklich dabei.

Böenvorwarnung

Liegt eine Referenzstation in Luv, erreichen ihre Böen das Südufer erst später – und das ist eine Messung, keine Vorhersage. Bei Südwestwind bringt SLSV zwei bis vier Minuten Vorlauf, bei Nordwind das Nordufer sieben bis dreizehn. Gemeldet wird nur, wenn dort spürbar mehr weht und der Vorlauf nach Abzug des Meldealters noch reicht. Eine Warnung, die erst nach der Böe erscheint, wäre schlechter als keine – deshalb schweigt sie in solchen Fällen.

Winddreher: wann er kommt und was er bedeutet

Zeigen zwei Stationen zur selben Zeit deutlich verschiedene Richtungen, liegt eine Windsprunglinie zwischen ihnen. Bei 2,2 oder 4,5 km Abstand ist sie in wenigen Minuten auch am Südufer. Die Seite sagt dann in Klartext, wohin der Wind dreht und was das am Wind bedeutet.

Die Regel dahinter ist einfach: Bei einem Linksdreher wird der Backbordbug angehoben und läuft die Luvtonne besser an, der Steuerbordbug wird geschralt. Bei einem Rechtsdreher ist es umgekehrt. Wer auf dem benachteiligten Bug segelt, fährt mit einer Wende in den Dreher hinein – vor dem Wind gilt das Gegenteil. Ein Beispiel: Dreht der Wind von 250° auf 219°, steht der Steuerbordbug danach 76° statt 45° zur Luvtonne, der Backbordbug nur noch 14°.

Gemeldet wird nur, wenn drei Dinge zutreffen. Die andere Station muss in Luv liegen – steht sie in Lee, ist ihr Dreher hier längst durch und eine Meldung wäre irreführend. Es müssen mindestens 5 Knoten wehen, denn bei schwachem Wind schwankt die gemessene Richtung ohnehin um zwanzig Grad und mehr. Und der Unterschied muss deutlich sein: 25° bei den gradgenauen Stationen, 45° am Nordufer, das nur grobe Sektoren meldet.

Daneben zeigt die Windkachel die gemessene Drehung der letzten Stunde an der Vereinsstation selbst – etwa „dreht seit 1 h rechts (+40°)". Dafür schreibt der Server die Windrichtungen aller drei Stationen alle zehn Minuten mit; nach einer Stunde steht der erste Wert.

Konvergenz über dem See

Aus Vereinsstation und SLSV lässt sich berechnen, ob die Luft zwischen beiden zusammenströmt. Strömt sie zusammen, muss sie nach oben ausweichen – ein Hebungsantrieb, den Wettermodelle auf ihrem 10-km-Gitter wegglätten. Hier sind es 2,2 km und echte Messwerte. Die Einschränkung: Zwei Punkte ergeben nur eine Achse. Strömt die Luft quer dazu zusammen, sieht das Verfahren nichts davon, und genau das steht auch in der Kachel.

Segelampel WL

Die Ampel bewertet den Tag für fünf Bootsgruppen getrennt – vom Optimist bis zum Katamaran – und zeigt Grün, Gelb oder Rot für heute und morgen. Bewertet wird immer die schärfere der beiden Seiten: Zwölf Knoten Mittelwind mit Zwanziger-Böen ergeben Gelb, auch wenn der Mittelwind allein noch grün wäre. Unterhalb der Mindestgrenze steht nicht Grün, sondern „zu wenig Wind".

Die Grenzen sind im August 2026 neu gesetzt worden, geeicht am Optimist anhand der IODA Race Management Policies – dem Regelwerk, nach dem Optimisten-Weltmeisterschaften gefahren werden. Dort gilt: kein Start unter 4 Knoten Mittelwind, kein Start über 25. Davon jeweils zwei Knoten Sicherheitsabstand, die größeren Klassen darüber gestaffelt.

Gruppegrün bisgelb abrot abBöen rot
Opti / Kids13 kn13 kn23 kn26 kn
Jollen ohne Trapez15 kn15 kn25 kn28 kn
Renn- und Trapezjollen17 kn17 kn27 kn30 kn
Jollenkreuzer, Kielboote15 kn15 kn28 kn32 kn
Katamaran, Raceboard21 kn21 kn30 kn34 kn

Dass die Jollenkreuzer früher gelb werden als die Renn- und Trapezjollen, ist Absicht: Sie tragen viel Tuch ohne Trapez und werden eher anspruchsvoll, sind dafür aber lange sicher zu segeln – daher der breite gelbe Bereich.

Ein Hinweis zur Herkunft der Zahlen: Die Mittelwindgrenzen stammen aus dem Regelwerk, die Böenwerte nicht. IODA misst ausschließlich Mittelwind von treibenden Booten und kennt gar keine Böengrenze. Die Böenwerte sind nach Erfahrung gesetzt und bewusst enger gehalten, weil auf einem Flachwassersee die Böigkeit über das Kentern entscheidet, nicht der Mittelwind.

Klimaarchiv Steinhuder Meer

Aus zehn Jahren stündlicher Wetterdaten für unsere Position ist eine Revierstatistik entstanden. Die Windrose zeigt für jeden Monat, aus welcher Richtung der Wind wie häufig weht und wie stark er dabei im Mittel ist. Weil der Verein am Südufer liegt, ist die Aufteilung in auflandig und ablandig besonders aufschlussreich – sie steht direkt neben der Rose. Dazu kommen Mittelwind, Flautenanteil, der Anteil segelbarer Stunden und die Verteilung der Windstärken. Parallel wird seit August 2026 ein eigenes Messarchiv der Vereinsstation aufgebaut; später lässt sich damit prüfen, wie gut die allgemeinen Daten unseren See wirklich treffen.

Badequalität

Für die beiden Badestellen Badeinsel Steinhude und Weiße Düne Mardorf werden die Laborwerte des Badegewässer-Atlas ausgewertet: E. coli und intestinale Enterokokken jeweils mit dem gültigen Grenzwert, dazu Sichttiefe und Wassertemperatur der letzten Probe. Eine Farbtafel zeigt den Verlauf über die Saison, sodass eine einzelne auffällige Probe von einer anhaltenden Belastung zu unterscheiden ist. Darüber stehen Wassertemperatur mit Kleidungsempfehlung, UV-Belastung im Tagesverlauf, Luftqualität und Pollenflug.

Wasserstand

Über der Kurve stehen der aktuelle Pegel, die Abweichung vom Idealwert, die Veränderung gegenüber vor sieben und vor dreißig Tagen sowie Höchst- und Tiefstwert der letzten 30 Tage. Eine Farbtafel zeigt jeden Tag des letzten Monats: Blau liegt im Zielbereich, Rot bedeutet kritisches Niedrigwasser. Darunter steht eine Einstufung in Worten – von „über Ideal" bis „sehr niedrig" – mit Wochentendenz, und ab einer bestimmten Marke der ausdrückliche Hinweis auf mögliche Grundberührung in Ufernähe.

6Woher die Daten kommen

Alle Angaben stammen aus öffentlichen Quellen. Sie werden hier nur eingesammelt, aufbereitet und auf unser Revier bezogen.

Wind & Wetter live Die Wetterstation des Segler-Vereins Großenheidorn direkt am Südufer. Sie ist die einzige zuverlässige und frei zugängliche Station am See und liefert Wind, Böen, Temperatur, Luftdruck und Regen im Minutentakt.
Zweite Messung Der Fliegerhorst Wunstorf (ETNW) meldet stündlich amtliche Flugwetterdaten: Wind, Sicht, Wolken, Gewitterbeobachtung. Er dient als Gegenprobe zur Vereinsstation.
Amtliche Warnungen Deutscher Wetterdienst – gemeindegenau für Wunstorf und Neustadt am Rübenberge. Zusätzlich die Bundeswarn-App NINA für Zivilschutzmeldungen.
Regenradar RainViewer liefert die Radarbilder alle fünf Minuten. Die Zwei-Stunden-Vorschau kommt vom Deutschen Wetterdienst aus dem Radar-Vorhersageprodukt.
Blitze & Zellen Xweather (Vaisala) mit gemessenen Blitzeinschlägen und, wenn verfügbar, den Umrissen und Zugwegen von Gewitterzellen.
Vorhersage Open-Meteo als Zugang zu den Modellen mehrerer Wetterdienste – für Wind, Böen, Regen, Gewitterneigung, Höhenwind, UV, Luftqualität und Pollenflug.
Modellvergleich Acht Modelle für dieselbe Position: ICON-D2, ICON-EU und ICON vom Deutschen Wetterdienst, ECMWF aus Europa, GFS aus den USA, AROME aus Frankreich, UKMO aus Großbritannien und Harmonie vom niederländischen KNMI.
Referenzstationen Drei öffentlich zugängliche Messpunkte rund um den See: SLSV am Südufer (Schaumburg-Lippischer Segelverein, über WeatherLink), SKM am Nordufer (Segel-Klub Minden, über meteomap.cloud) und das amtliche METAR des Fliegerhorsts Wunstorf. Abgerufen wird jeweils nur das, was diese Stellen ohnehin frei veröffentlichen.
Gewitterzutaten Aus derselben Modellquelle kommen Höhenwind auf 80 m (für das Böenpotenzial), die Winde der Druckflächen in rund einem und rund sechs Kilometern Höhe (für die Scherung), der Feuchtevorrat der Luftsäule und der Deckel. Die Bodenkonvergenz rechnet der Server selbst aus fünf Modellpunkten im Umkreis von 10 km.
Unsicherheit Das ICON-D2-Ensemble rechnet dieselbe Vorhersage mehrfach mit leicht veränderten Startwerten. Aus der Streuung entsteht die Angabe, wie verlässlich eine Stunde ist.
Klimastatistik Zehn Jahre ERA5-Reanalyse für die Position Steinhuder Meer, stündlich ausgewertet – Grundlage für Windrose und Monatsstatistik.
Wasserstand NLWKN Pegelonline, Pegel Steinhude, alle 15 Minuten.
Badequalität NLGA Badegewässer-Atlas für Badeinsel und Weiße Düne, dazu der Wasserbefundbericht der Region Hannover.
Wassertemperatur Tägliche Messung über steinhude-am-meer.de, im Tagesverlauf rechnerisch nachgeführt.
Revier Regattatermine über manage2sail und die Vereine, Wochenenddienst vom WVStM, Fahrpläne der Weißen Flotte.

7Das Radar für unser Revier

Das Alleinstellungsmerkmal dieser Seite: Kein Wetterportal überwacht das Radar aus Sicht des Steinhuder Meeres. Die Fronterkennung hier tut genau das – rund um die Uhr, alle fünf Minuten, mit Ankunftszeit. Sie ist die direkte Antwort auf Lagen wie die Sturmfront bei „Steinhuder Meer in Flammen" 2024.

Die Radarkarte ist keine fertige Lösung von der Stange. Sie ist eigens für das Steinhuder Meer gebaut und rechnet immer von einem Punkt aus: unserem See.

Der Anlass waren Situationen, die viele hier kennen: fliegendes Wasser – eine Böenfront, die scheinbar aus dem Nichts über den See jagt und Wassersportler überrascht. Auf normalen Wetterseiten sieht man so etwas erst, wenn es zu spät ist.

Wie die Fronterkennung arbeitet

  1. Alle fünf Minuten holt der Server zwei aufeinanderfolgende Radarbilder.
  2. Vom See aus wird rundum in 16 Richtungen gemessen – wie ein Radarschirm. In jeder Richtung wird geprüft: Wie weit weg ist der nächste Regen?
  3. Beide Bilder werden verglichen. Ist der Regen in einer Richtung näher gekommen, kann es eine Front sein.
  4. Damit kein Fehlalarm entsteht, muss eine Nachbarrichtung das bestätigen. Eine echte Front ist breit. Ein einzelner Schauer, der zufällig näher rückt, ist es nicht.
  5. Gezählt wird nur, was auf der Karte auch als Niederschlag eingefärbt ist – blaue bis rote Töne. Radarbilder enthalten daneben schwache Störechos, die als blasser Schleier erscheinen: Klarluft, Insektenschwärme, Windpark-Reflexe. Früher wurde nur die Helligkeit gemessen, und dort war ein solcher Schleier genauso hell wie kräftiger Regen – das führte im August 2026 zu Frontmeldungen ohne einen Tropfen Regen. Seitdem entscheidet die Farbe.
  6. Aus der Entfernung und dem Tempo wird die Ankunftszeit berechnet: „Erreicht das Revier in ca. 25 Minuten".
Regen in 28 km 16 Richtungen rundum vor 5 Minuten 28 km jetzt 19 km 9 km näher → in ca. 25 min
Links: Vom See aus wird rundum gemessen. Rechts: Zwei Bilder im Abstand von fünf Minuten zeigen, ob der Regen näher kommt.

Drei Feinheiten machen die Erkennung erst zuverlässig:

Neu auf der Radarkarte ist die zuschaltbare Windströmung: bewegte Fäden wie bei den großen Wetterportalen, gespeist aus einem echten Modellfeld mit zwanzig Gitterpunkten rund um den Kartenausschnitt. Die Farbe der Fäden folgt der Windstärke – dieselbe Skala wie in der Windvorhersage, die Legende erscheint mit dem Schalter. Auf der Revierkarte der Fahrgastschifffahrt gibt es dieselbe Ebene, dort gespeist aus der Live-Messung der Vereinsstation.

Wichtig: Diese Erkennung wird mit jedem Gewitter nachjustiert. Nach jeder Lage schaue ich ins Protokoll: Was wurde gemeldet, was ist tatsächlich passiert, was war zu früh oder zu spät? Die Regeln von heute sind das Ergebnis vieler solcher Abende.

8Wie Gewitter erkannt werden

Für Gewitter laufen mehrere Wege parallel. Der schnellste gewinnt.

  1. Gewitterzelle mit Zugweg: Liefert der Blitzdienst den Umriss einer Zelle und ihre Zugrichtung, wird berechnet, ob unser See im Weg liegt – und wann sie ankommt.
  2. Gemessene Blitze: Sind Einschläge im Umkreis registriert, zählen Anzahl, Entfernung und Richtung. Zusammen mit der Radarfront ergibt das ebenfalls eine Ankunftszeit.
  3. Modell: Zeigt die Vorhersage hohe Gewitterneigung, erscheint ein Hinweis – aber ohne Alarm. Das ist eine Möglichkeit, keine Tatsache. Neben der verfügbaren Energie (CAPE) wird dabei der Deckel (CIN) bewertet: eine wärmere Schicht in ein bis zwei Kilometern Höhe, die aufsteigende Luft zurückhält. Ist viel Energie da, aber der Deckel fest, passiert trotz hoher Werte nichts. Erst wenn er dünn wird, wird es ernst – und dann oft schlagartig, weil sich die aufgestaute Energie auf einmal entlädt.
  4. Beobachtung Fliegerhorst: Meldet die Flugwetterstelle Gewitter, wird das angezeigt. Eine Benachrichtigung löst es nicht aus: Die Meldung kommt bis zu einer halben Stunde später und warnt damit vor etwas, das längst da ist.
Gewitterzelle + Zugweg Gemessene Blitze Radar-Front Fliegerhorst (verspätet) Bewertung kommt es auf uns zu? Push mit Ankunftszeit nur Anzeige, kein Push Zieht es vorbei oder ist es vorbei: keine Meldung.
Vier Wege führen zur Bewertung. Aufs Handy geht nur, was auf das Revier zukommt.

Für die Warnungen aufs Handy gilt: Es wird nur gemeldet, was auf uns zukommt, nicht was gerade vorbei ist.

Damit aus einem Gewitterabend keine Flut von Meldungen wird, greifen mehrere Regeln: Verlängert der Wetterdienst eine laufende Warnung nur zeitlich, kommt keine zweite Nachricht. Rückt eine Zelle bloß um wenige Minuten näher, ebenfalls nicht. Und wenn Front und Gewitterzelle dieselbe Wolke beschreiben, wird nur die Zelle gemeldet. Eine Höherstufung oder ein neues Ereignis erreicht dich dagegen sofort.

Amtliche Warnungen werden gemeindegenau ausgewertet, für Wunstorf und Neustadt am Rübenberge. Eine Warnung, die nur den Süden der Region Hannover betrifft, löst am See daher weder Banner noch Nachricht aus.

Die Rubrik „Gewitterlage"

Im Reiter Warnlage steht die ausführliche Fassung. Oben die Einschätzung in einem Wort – von „gering" bis „hoch" – und daneben ein Ring mit der Zahl, auf die es ankommt: wie viele der zehn Merkmale gerade auffällig sind. Darunter stehen sie einzeln, auffällige mit farbigem Punkt. So sieht man nicht nur wie viele, sondern welche.

Die zehn Merkmale und was sie bedeuten:

Unter „Grafiken und Details" klappen vier Darstellungen auf: die verfügbare Energie im Tagesverlauf mit dem Deckel als dunkle Kappe auf der Säule, die Windscherung als drei Pfeilreihen für Boden, rund ein und rund sechs Kilometer Höhe, der Luftdruckverlauf – für die Vergangenheit aus den protokollierten Messwerten der Station, für die Zukunft aus dem Modell – und eine Peilscheibe mit den Gewitterzellen im Umkreis samt Entfernung und Zugrichtung.

Darunter das Meldungsfenster: farbige Kästen für jede aktive Lage, oder ein grüner Kasten, wenn nichts anliegt. Es sind dieselben Auslöser, die auch die Benachrichtigungen aufs Handy erzeugen – hier zum Nachlesen.

Trefferbilanz der Indikatoren

Woher weiß man, ob diese Merkmale am Steinhuder Meer überhaupt taugen? Seit August 2026 schreibt die Seite jeden Tag mit, welcher Indikator angeschlagen hat – und ob an dem Tag tatsächlich Blitze registriert wurden. Aus beidem entsteht eine Rangliste im Aufklappbereich der Gewitterlage.

Bewertet wird nicht mit der Trefferquote allein, denn die führt in die Irre: Ein Merkmal, das an jedem Tag anschlägt, erkennt zwar 100 Prozent aller Gewitter und ist trotzdem wertlos. Gezählt werden deshalb Treffer und Fehlalarme gegeneinander; 1,0 bedeutet trifft immer und ohne Fehlalarm, 0 bedeutet so gut wie Raten. Solange weniger als fünf Gewittertage im Protokoll stehen, erscheint keine Rangfolge, sondern der Hinweis, dass noch gesammelt wird – bei drei Ereignissen wäre jede Reihenfolge Zufall.

9Protokolle & Archiv

Seit Ende Juli 2026 schreibt die Seite mit. Alle zehn Minuten werden die Messwerte der Station festgehalten – Wind, Böen, Richtung, Temperaturen, Pegel, Luftdruck, dazu die berechnete Wellenhöhe je Uferzone. Parallel werden amtliche Warnmeldungen archiviert und jeden Morgen die Vorhersage des Tages eingefroren: der Wortlaut und die Stundenwerte, so wie sie um kurz nach fünf Uhr galten. Vorhalt: zwei Jahre.

Das Messwerte-Protokoll als PDF

Im Bereich Wind lässt sich für einen frei wählbaren Zeitraum ein PDF erzeugen: Kennzahlen-Übersicht, Wind- und Pegelverlauf als Grafik, amtliche Warnmeldungen und die Einzelmessungen als Tabelle. Über den Messwerten jedes Tages steht die morgens festgehaltene Vorhersage samt Quelle – so liest sich in einer Zeile, was angesagt war, und darunter, was tatsächlich kam. Ein Balkendiagramm stellt beides je Stunde nebeneinander: angesagter gegen gemessener Mittelwind, angesagte gegen gemessene Böen.

Wetter-Protokoll für die Wettfahrtleitung WL

Auf Knopfdruck entsteht das Wetterprotokoll nach der Vorlage der Wettfahrt-Vereinigung: Wind in m/s im 30-Minuten-Raster von 6 bis 22 Uhr, eine Seite je Tag. Regatta und Protokollführer werden vor dem Erzeugen abgefragt und fertig eingedruckt, die Vorhersagezeile füllt sich automatisch aus dem Morgen-Archiv.

Auch für den Ernstfall: Kommt es auf dem Wasser oder im Hafen zu einem Schaden, kann das Protokoll belegen, welche Windverhältnisse zum fraglichen Zeitpunkt gemessen wurden und welche Vorhersage am Morgen vorlag – etwa gegenüber einer Versicherung oder bei der Frage, ob eine Böenlage vorhersehbar war. Die Daten stammen aus einer fest installierten Station mit durchgehender Aufzeichnung. Amtlich verbindlich sind allein die Messungen und Warnungen des Deutschen Wetterdienstes – als dokumentierter Anhaltspunkt mit Zeitstempel ist das Protokoll dennoch deutlich mehr als eine Erinnerung.

Was das Archiv sonst noch trägt

Aus denselben Aufzeichnungen entstehen zwei Reihen, die die Seite direkt nutzt. Die Druckreihe liefert der Gewitterlage die gemessene Vergangenheit ihres Luftdruckverlaufs – so stammt die linke Hälfte der Kurve aus der Vereinsstation und erst die Zukunft aus dem Modell. Und das Gewitterprotokoll hält täglich fest, welcher Indikator angeschlagen hat und ob es an dem Tag tatsächlich geblitzt hat; daraus wächst die Trefferbilanz der Indikatoren.

Trefferbilanz der Wettermodelle

Aus dem Morgen-Archiv entsteht nebenbei die Antwort auf eine Frage, die sonst niemand für unser Revier beantwortet: Welches Modell trifft am Steinhuder Meer am besten? Jeder abgelaufene Tag wird benotet – Vorhersage vom Morgen gegen die Messung der Station. Die Rangliste steht im Modellvergleich und wächst mit jedem Tag.

10Nützliche Erweiterungen (Developer)

Neben der App gibt es die Revierinfo in Formen, die ohne geöffneten Browser auskommen – für die Küchenwand, den Sperrbildschirm und unterwegs.

Wandanzeige für Echo Show, Tablet & Co.

Unter wetter.bindt.de/dashboard.html läuft eine eigene Vollbild-Anzeige: ein Windkompass mit Instrumentennadel, in dessen Mitte der Seeumriss als kleine Karte liegt – Wilhelmstein, die SVG-Station als roter Punkt, darüber ziehen Windfäden in Richtung und Tempo der aktuellen Messung. Dazu Wind und Böen groß, Vorhersagestreifen, Warnbänder, Regatten und Wochenenddienst. Sie aktualisiert sich minütlich von selbst, dimmt sich nachts und passt sich jeder Bildschirmgröße an – gedacht für ein Amazon Echo Show (Adresse im Silk-Browser öffnen), sie läuft aber genauso auf einem alten Tablet an der Wand, egal ob Android oder iPad.

Ein Praxistipp für den Echo Show: Silk vergisst die geöffnete Seite nach einem Neustart. In der Alexa-App lässt sich eine Routine anlegen, die die Adresse beim Start wieder öffnet – sonst hängt man regelmäßig mit dem Finger dran.

iOS-Widget für den Homescreen (Scriptable)

Für iPhone und iPad gibt es ein Widget mit Wind, Böen samt Ampel, Pegel, Temperaturen, Gewitterlage, laufenden Regatten und – wenn etwas anzieht – der Front- und Gewitterwarnung mit Ankunftszeit. Es aktualisiert sich etwa alle fünf Minuten; ein Tipp darauf öffnet die Seite.

Das Revierinfo-Widget auf einem iPhone-Homescreen: Wind, Böen mit Ampel, Pegel, Gewitterlage, Temperaturen und Vereinsstander
So sieht das Widget auf dem Homescreen aus – hier mit 7,0 kn aus Süd und der Böenspitze des Tages.

⇩ Script herunterladen (svg-revierinfo-widget.js)

So wird es eingerichtet:

  1. Die kostenlose App Scriptable aus dem App Store laden.
  2. Den Download-Link oben antippen, den angezeigten Text komplett markieren und kopieren (lange tippen → Alles auswählen → Kopieren).
  3. Scriptable öffnen, oben rechts + antippen, den Text einfügen und dem Script einen Namen geben, etwa „SVG Revierinfo".
  4. Auf dem Homescreen lange drücken → + → „Scriptable" suchen → Größe klein oder mittel wählen → hinzufügen.
  5. Das neue Widget antippen und unter „Script" den Eintrag „SVG Revierinfo" auswählen – fertig.

Android-Widget für den Homescreen

Auch für Android gibt es die Kompaktansicht: Unter wetter.bindt.de/widget.html liegt eine eigens dafür gebaute Widget-Seite. Auf den Homescreen kommt sie mit der kostenlosen App Website Widget, die eine Webseite als Widget darstellt:

  1. Website Widget aus dem Play Store laden.
  2. Auf dem Homescreen lange drücken → Widgets → „Website Widget" auswählen und in der gewünschten Größe platzieren.
  3. Als Adresse eintragen: https://wetter.bindt.de/widget.html
  4. Ein Aktualisierungs-Intervall wählen – 15 Minuten sind ein guter Kompromiss aus Aktualität und Akku.

Die genauen Menünamen können sich mit App-Versionen ändern; das Prinzip bleibt gleich: Widget platzieren, Adresse eintragen, fertig. Unabhängig davon lässt sich die Seite wie in Abschnitt 2 beschrieben als App installieren (Chrome-Menü → „App installieren") – inklusive Push-Warnungen, die auf Android ohne Umwege funktionieren.

11Was die Seite nicht kann

Alle Angaben sind ohne Gewähr. Diese Seite ist keine amtliche Warnung. Verbindlich sind allein die Meldungen des Deutschen Wetterdienstes.

Radar, Modelle und Blitzortung sind Hilfsmittel. Sie können sich irren – zu früh, zu spät oder gar nicht. Die Entscheidung, ob du rausfährst oder reinkommst, bleibt bei dir. Im Zweifel gilt der alte Grundsatz: Bei aufziehender dunkler Wand rechtzeitig zurück.

12Aussichten & Ideen

Die Seite ist nie fertig – fast alles hier ist entstanden, weil jemand eine Frage mitgebracht hat. Das liegt gerade auf dem Tisch:

Eigener Wassertemperatursensor für 2026 geplant

Die Wetterstation des SVG soll um einen Wassertemperatursensor erweitert werden, Umsetzung im Laufe des Jahres 2026. Bisher stammt die Wassertemperatur von steinhude-am-meer.de – ein Wert für den ganzen See, der nicht sagt, wie warm es am Südufer tatsächlich ist. Mit einem eigenen Sensor käme der Messwert direkt aus dem Revier, im selben Minutentakt wie Wind und Luftdruck.

Der Gewinn liegt nicht nur in der Genauigkeit: Aus einem durchgehenden Verlauf lassen sich Dinge ableiten, die heute fehlen – wie schnell sich das flache Wasser nach kalten Nächten wieder erwärmt, wann im Frühjahr die Grenze fürs Segeln ohne Trockenanzug fällt, und im Winter, wie nah der See am Gefrierpunkt steht.

Eislage im Winter in Vorbereitung

Wenn der See trägt, wird aus der Segel- eine Eissegelsaison – und die Fragen ändern sich: Wie kalt war es wie lange? Wo trägt das Eis, wo warnen Rinnen und Einläufe? Geplant ist eine Winterrubrik mit Frostsummen aus den Messdaten, Eistagen im Rückblick und gemeldeten Beobachtungen von der Eisfläche – nach demselben Muster wie die Revierhinweise: gemeldet, gesichtet, veröffentlicht. Eine Tragfähigkeits-Garantie wird es nie geben; aufs Eis geht jeder auf eigene Verantwortung.

Angeln: Wo stehen die Fische? mehrfach gewünscht

Der häufigste Wunsch aus den Rückmeldungen. Wassertemperatur, Wind, Luftdruckverlauf, Trübung und Jahreszeit entscheiden mit darüber, wo Barsch, Zander und Hecht stehen – viele dieser Größen misst die Seite bereits. Denkbar ist eine Rubrik, die die aktuellen Verhältnisse in Angel-Sprache übersetzt: auflandige Kante, Sprungschicht, Druckwechsel.

Hier muss ich allerdings ehrlich sein: Ich bin Segler, kein Angler. Beim Wind weiß ich aus eigener Erfahrung, welche Aussage im Revier trägt und welche nur gut klingt – beim Angeln fehlt mir dieses Gefühl völlig. Ich könnte aus den vorhandenen Messwerten etwas bauen, das plausibel aussieht, ohne beurteilen zu können, ob es stimmt. Und eine Rubrik, die selbstbewusst Unsinn behauptet, wäre schlechter als gar keine.

Deshalb geht es hier nur mit Hilfe: Ich suche Leute, die das Steinhuder Meer mit der Rute kennen. Welche Zusammenhänge stimmen hier wirklich, welche sind Anglerlatein? Wer bereit ist, ein paar Wochen lang gegenzulesen und zu korrigieren, bringt das Thema weiter als jede Formel – ohne solche Rückmeldungen lasse ich es lieber ganz.

Sturmlaterne Wilhelmstein Idee

Die Laterne auf dem Wilhelmstein warnt seit Jahrzehnten vor Starkwind – wer auf dem Wasser ist, schaut zur Insel. Die Idee: ihren Zustand in die Seite holen, sodass App und Laterne dasselbe sagen. Ob und wie sich das Signal technisch abgreifen lässt, ist offen – wer dazu Kontakte oder Wissen hat, ist herzlich willkommen.

Welche Idee zuerst? Was fehlt ganz? Der kürzeste Weg ist eine Nachricht über das (i) in der App oder direkt an bindt@hannover-it.de – wie es weitergeht, entscheidet sich an dem, was vom See zurückkommt. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

13Mitmachen

Diese Seite lebt davon, dass Leute vom See etwas beitragen. Zwei Dinge helfen besonders – beide kosten dich wenige Minuten.

📡Wetterstation am Nordufer gesucht

Derzeit gibt es genau eine verlässliche Station am See – am Südufer beim SVG. Das Steinhuder Meer ist aber flach und weit: Am Nordufer weht es bei manchen Lagen deutlich anders als am Südufer, und niemand kann das bisher belegen.

Du betreibst dort eine Station oder überlegst, eine aufzustellen? Wenn du die Daten teilst, werden die Unterschiede im Revier zum ersten Mal sichtbar – für alle, die hier segeln. Es muss nichts Teures sein; entscheidend ist der Standort, nicht der Preis.

Station anbieten →

🚩Beobachtungen melden

Verkrautung, Hindernisse, Untiefen, auffällige Wasserfarbe: Was dir auf dem Wasser auffällt, wissen andere noch nicht. Im Bereich Revier findest du den Knopf „Beobachtung melden" – zwei Sätze genügen.

Jede Meldung wird gesichtet und, wenn sie für andere wichtig ist, veröffentlicht. Nichts erscheint ungeprüft.

Zum Bereich Revier →

💬Sagen, was fehlt

Fast alles auf dieser Seite ist entstanden, weil jemand gefragt hat. Wenn dir eine Angabe fehlt, eine Zahl unklar ist oder etwas falsch aussieht: schreib es mir. Kritik ist willkommen, gerade an den Stellen, wo die Seite sich sicherer gibt, als sie sein kann.

Rückmeldung schreiben →

Danke an alle, die bisher gemeldet, getestet und nachgefragt haben. Ohne diese Hinweise wäre die Seite deutlich ärmer – und an einigen Stellen schlicht falsch geblieben.

Privates Projekt von Frederik Bindt · Strandallee 1, 31515 Wunstorf
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